Paul trifft sein Fußballidol!

Didier Drogba ist ein cooler Typ. Das wusste Paul K. schon lange. Doch dass er mal die Chance bekommen würde, den Stürmerstar des FC Chelsea und der Elfenbeinküste persönlich kennenzulernen, hätte der elfjährige Gütersloher Schüler nie geahnt. Ermöglicht hat ihm die Begegnung die "Aktion Kinderträume" von Margit Tönnies.

Am Mittwoch, nach dem Spiel in der Champions League zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Chelsea, war es soweit. Paul durfte dank Vermittlung von Margit Tönnies mit seinem Rollstuhl in die "Mixed Zone". "Das war großartig", erzählt Mutter Kati K. "Alle Spieler kamen vorbei." John Terry, Kapitän der Londoner, nahm sich am meisten Zeit. Terry unterhielt sich mit Paul, ließ sich mit ihm fotografieren und schenkte ihm seine Schuhe und sein verschwitztes Trikot. "Das durfte ich bis heute nicht waschen", schmunzelt Kati K. Torhüter Petr Cech (ohne Helm) ging zu Paul, auch Fernando Torres, Michael Ballack und Stefan Kießling schenkten ihm ihre Aufmerksamkeit. Die ungarischen Schiedsrichter drückten Paul ihre Gelben und Roten Karten in die Hand, Chelsea-Trainer André Villas-Boas händigte ihm seine Krawatte aus, Kommentar: "Wenn du später mal heiratest." Paul zur Seite stand sein Stiefvater Detlef B., vor Jahren kurzzeitig Präsident des FC Gütersloh.

Am meisten aber freute sich der Schüler, der die 6. Klasse der Janusz-Korczak-Gesamtschule besucht, über den Besuch von Drogba. "Der war unheimlich nett und freundlich", sagte Kati K. Drogba trug sich mit seiner Unterschrift in Pauls Stadionheft ein; er wünschte dem Elfjährigen alles Gute.

Paul leidet an der Spinalen Muskelatrophie (Muskelschwund), einer Erbkrankheit, die ausbrach, als er ein Jahr alt war. Seither hat er mehrere Operationen über sich ergehen lassen müssen; die letzte, bei der ihm Stangen in den Rücken gesetzt wurden, damit er besser sitzen kann, bereitete ihm lange Zeit große Schmerzen - "das war der Grund, weshalb wir ihn unbedingt aufmuntern wollten", sagt K. Dass Margit Tönnies diesen Wunsch aufgenommen und über ihre Kontakte zu Rudi Völler umgesetzt habe, dafür seien sie dankbar.

Quelle: Neue Westfälische, Samstag/Sonntag, 26./27. November 2011